Gemeinsamkeiten führen zusammen

Wir stellen unsere Kirche der Christ Faith Baptist Ministry zur Verfügung.

Seit Ostersonntag finden Gottesdienste der Christ Faith Baptist Ministry in unserer Kirche Rugenbarg 238/240 in Hamburg-Lurup statt. Lange im Vorfeld ergaben sich Kontakte durch unsere gemeinsame Zugehörigkeit zur ACK Hamburg (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg e.V.).

Bei den Gesprächen zwischen unserem Gemeindevorsteher, Evangelist Andreas Stuffer, und dem Pastor Osei Williams von den Baptisten, war auch die Nutzung unserer Räumlichkeiten ein Thema. Apostel Uli Falk war sehr daran gelegen, dass hier eine Vereinbarung zustande kommt. Es handelt sich um ein gastfreundschaftliches, ökumenisches Abkommen, um der freikirchlichen Baptistengemeinde einen festen Anlaufpunkt zu bieten.

Die sonntäglichen Gottesdienste der Christ Faith Baptist Ministry werden in der Regel von 14.00 bis 16.00 Uhr durchgeführt.

Das Wort Baptisten leitet sich vom griechischen Verb baptizein ab, was so viel wie 'taufen' oder 'untertauchen' bedeutet. Es beschreibt eine weltweite evangelische Freikirche. Ihr wichtigstes Merkmal ist, dass sie keine Babys taufen. Sie taufen nur Menschen, die sich als Jugendliche oder Erwachsene ganz bewusst und aus eigenem Glauben für die Taufe entscheiden.

Christ Faith Baptist Ministry könnte man übersetzen mit 'christliche baptistische Glaubens-Gemeinschaft'. Sie ist eine internationale, primär englischsprachige „Ministries“ die historisch und sprachlich stark durch Gläubige mit westafrikanischen Wurzeln (insbesondere aus Ghana, Nigeria oder anderen Teilen Westafrikas) geprägt ist. Weil die Gottesdienste, der Lobpreis und die Predigten auf Englisch gehalten werden, ist die Gemeinde auch offen für andere Nationalitäten und Menschen aus dem Stadtteil Lurup, die eine lebendige, internationale Anbetungskultur suchen. Die Gemeinschaft zeichnet sich durch eine generationenübergreifende Struktur aus, bei der sowohl jüngere Einwanderer der ersten Generation als auch deren in Deutschland aufgewachsene Kinder aktiv im Gemeindeleben und im Chor mitwirken.

Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Hamburg (ACKH) führt eine detaillierte Übersicht aller angeschlossenen Gemeinschaften. Die Neuapostolische Kirche (NAK) Nord- und Ostdeutschland ist seit dem 7. Februar 2024 offiziell stimmberechtigtes Vollmitglied in der ACK Hamburg. Zuvor hatte die NAK seit dem Jahr 2018 den Status Gastmitglied.

Die Christ Faith Baptist Ministry ist dort nicht als eigenständiges Einzelmitglied zu finden. Durch kirchenrechtliche und organisatorische Gründe handelt es sich um eine indirekte Mitgliedschaft. Kleinere oder internationale Freikirchen sind in der ACK Hamburg meistens über den großen Dachverband der Baptisten (den BEFG) oder über Migrationsnetzwerke wie den African Christian Council (ACC) Hamburg (der ebenfalls ACK-Mitglied ist) repräsentiert.

Unsere Gesprächspartner sind Pastor Prince Ossai Okeke (Vorsitzender des ACC) und Pastor Osei Williams aus dem örtlichen Vorstand.

 

Obwohl die Strukturen und Sakramente sehr unterschiedlich sind, teilen beide Gemeinschaften das Fundament des christlichen Glaubens. Ihre größten Gemeinsamkeiten liegen in der klassischen christlichen Lehre und der Art der Gemeinschaftspflege:

Christozentrik (Christus im Mittelpunkt)
Beide Kirchen bekennen sich zum dreieinigen Gott (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Jesus Christus wird als Sohn Gottes und Erlöser der Welt angesehen, dessen Opfertod die Grundlage für das Heil der Menschen ist.

Die Bibel als Grundlage
Auch wenn die Auslegung variiert: Für beide ist die Heilige Schrift die wesentliche Quelle für die Lehre. Die NAK nutzt die Bibel als Fundament für ihre Predigten und Katechismus-Aussagen, während Baptisten sie als alleinigen Maßstab (Sola Scriptura) betrachten.


Freiwilligkeit und Engagement
Beide Gruppen funktionieren wie klassische Freikirchen. Sie sind unabhängig vom Staat und finanzieren sich nur durch freiwillige Spenden statt durch Kirchensteuern. Freiwillige Mitgliedschaft: Man wird nicht hineingeboren, sondern entscheidet sich aktiv für den Beitritt.

Das Gemeindeleben wird stark durch das Engagement der Mitglieder und dem Ehrenamt getragen (Chöre, Kinderbetreuung, allg. Aktivitäten).
 

Beide Gemeinschaften sind christlich, unterscheiden sie sich aber grundlegend in ihrem Verständnis von Autorität, Sakramenten und der Rolle der Kirche. Während Baptisten eine protestantische Freikirche mit Fokus auf der Bibel und der Autonomie (Finanzen, Pastoren und Aktivitäten) der Einzelgemeinde sind, versteht sich die Neuapostolische Kirche (NAK) als eine durch das Apostelamt international einheitlich geführte Kirche. Weitere Unterschiede im Folgenden:

Das Geistliche Amt

Die NAK sieht ihre Apostel als notwendige Mittler des Heils. Die Apostel setzen die Ämter in den Bezirken und Gemeinden. Für Baptisten ist das „Priestertum aller Gläubigen“ ein theologisches Kernprinzip, das besagt, dass jeder getaufte Christ einen direkten Zugang zu Gott hat und kein menschlicher Vermittler notwendig ist. Jede Gemeinde ist autonom.

Die Sakramente

Die NAK hat drei Sakramente: Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung (mit der Gabe des Heiligen Geistes durch Apostel) und das Heilige Abendmahl. Bei den Baptisten werden Taufe und Abendmahl bewusst „Ordinanzen“ (Einsetzungen / Befehle Christi) genannt und nicht Sakramente. Der Begriff „Ordinanz“ unterstreicht, dass diese Handlungen auf einen direkten Befehl Jesu im Neuen Testament zurückgehen.

Die Kirchliche Lehre

Beide Gemeinschaften glauben fest daran, dass Jesus Christus sichtbar auf die Erde zurückkehren wird. In der NAK gibt es eine starke Naherwartung der Wiederkunft Christi. Dabei dient die Kirche als heilsvermittelnde Instanz. Für Baptisten liegt dazu der Fokus auf „Sola Scriptura“ (nur die Bibel zählt) und die persönliche Bekehrung. Will heißen: da es keine zentrale Lehrautorität gibt, bestehen zu dem Thema verschiedene Theorien innerhalb der Gemeinden.

Gottesdienst und Jenseitsglaube

Bei Baptisten steht oft die Predigt und das persönliche Zeugnis im Mittelpunkt. In der NAK folgt der Gottesdienst einer festen Liturgie, bei der die Sündenvergebung durch einen Amtsträger ein zentrales Element ist. Die Baptisten haben keine Sakramente oder Riten für Verstorbene. Der Fokus liegt auf der individuellen Entscheidung im Diesseits. In der NAK können im sogenannten Entschlafenenwesen Sakramente stellvertretend für Verstorbene gespendet werden.

 

Diese Ausführungen wurden sorgfältig zusammengetragen; erheben aber nicht den Anspruch der Vollständigkeit. Sie sollen uns lediglich einen Einblick verschaffen, wem wir unsere Kirche und Räumlichkeiten zur Verfügung stellen.