Ökumenisches Forum HafenCity: Gastmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche

Die Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland wurde Anfang August 2018 als Gastmitglied im Ökumenischen Forum HafenCity in Hamburg aufgenommen. Bezirksältester Wolfgang Hausmann ist Beauftragter für den Bereich der Ökumene im Raum Hamburg und berichtet in einem Interview, was mit der Gastmitgliedschaft verbunden ist. Er ist gemeinsam mit Hirte Michael Peper seit etwa zwei Jahren in der Ökumene aktiv.

Was ist das Ökumenische Forum HafenCity?

Das Ökumenische Forum ist ein Zusammenschluss der Kirchen aus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Hamburg. Der christliche Verein beschreibt sich selbst als einen Ort, wo Menschen an Gottes Gegenwart erinnert werden, Gemeinschaft erleben und der Dialog untereinander gefördert wird.

Wo finde ich das Ökumenische Forum?

Das Ökumenische Forum liegt sehr zentral in der HafenCity von Hamburg, Shanghaiallee 12. Ein Besuch lohnt sich, da regelmäßige Andachten in der kleinen Kapelle des Forums und  verschiedene Vorträge sowie Workshops in den Räumlichkeiten des Vereins angeboten werden. In einem kleinen Café können Besucher während ihrer Spaziergänge durch den Hafen eine Pause einlegen.

Das Ökumenische Forum in Hamburg ist eher wenig bekannt. Wie ist der Kontakt zum Forum zustande gekommen?

Seit 2017 sind die Hamburger Gemeinden der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland als Gastmitglied in der ACK Hamburg aktiv. Auch das Ökumenische Forum ist Vollmitglied der ACK. In den Vollversammlungen kamen wir mit Pastorin Corinna Schmidt ins Gespräch, der theologischen Leiterin des Forums. Sie weckte unser Interesse an der Institution und schnell entstand der Wunsch einer Beteiligung der Neuapostolischen Kirche an den Aktivitäten des Forums.

Der Trägerverein hat bisher nur Vollmitglieder aufgenommen. Wie konnte dennoch eine Gastmitgliedschaft realisiert werden?

Das war in der Tat eine Herausforderung. Die Vereinssatzung hat eine Gastmitgliedschaft bisher nicht vorgesehen, sodass diese in verschiedenen Sitzungen diskutiert, geändert und von den Mitgliedern beschlossen werden musste. Umso größer war die Freude, dass in der Mitgliederversammlung im Juni einstimmig für die Satzungsänderung gestimmt und im gleichen Zuge die Gastmitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche beschlossen wurde.

Was bedeutet die Gastmitgliedschaft für die Neuapostolische Kirche?

Wir nehmen an den Sitzungen teil, werden informiert, sind aber nicht stimmenberechtigt. Es ist eher eine beratende Position – wir können mitplanen und mitgestalten. Mit einer Vollmitgliedschaft kämen Aufgaben hinzu, die mit ehrenamtlichen Mitgliedern nur schwer umsetzbar sind. Dafür bräuchten wir mehr Logistik und Ressourcen.

Welche Ziele verfolgt das Ökumenische Forum aktuell?

Das Forum hat den Wunsch, in der Stadt an Bekanntheit zu gewinnen. Durch kulturelle Veranstaltungen möchte man auf das Forum und die christliche Wertegemeinschaft aufmerksam machen. Auch wir möchten diesen Wunsch durch unsere Beteiligung unterstützen. Dabei sind wir natürlich auf die Hilfe unserer Gemeindemitglieder angewiesen. So lädt Apostel Jörg Steinbrenner alle Funktionsträger der Hamburger Kirchenbezirke am Montag, dem 19. November 2018 zum Informationsabend in die Gemeinde Hamburg-Harburg ein, damit unsere Mitglieder die Arbeit im Bereich der Ökumene kennenlernen können. Als Gäste sind dazu eingeladen: Pastorin Annette Reimers-Avenarius und Pastorin Corinna Schmidt, die zu Beginn der Veranstaltung eine Andacht durchführen.

Je mehr Mitglieder sich beteiligen, desto mehr Kontakte entstehen und Veranstaltungen können gemeinsam geplant werden.

Inwieweit beteiligt sich die Neuapostolische Kirche bereits an den Aktivitäten des Ökumenischen Forums?

Wir beteiligen uns an der Durchführung der Tagesandachten in der Andachtskapelle des Ökumenischen Forums. Diese finden immer werktags statt, an drei Tagen abends um 18 Uhr und an zwei Tagen mittags um 13 Uhr.

Und wie ist eine solche ökumenische Andacht gestaltet?

Die Liturgie der Tagesandachten ist festgeschrieben: Die Andacht beginnt mit einem Gebet und dem Verlesen des Bibelwortes. Es folgt ein gemeinsames Lied aus dem Gesangbuch und zwei Minuten der Stille. Der anschließende Wortbeitrag oder Impuls bezieht sich auf das gewählte Bibelwort. Zudem erhalten alle Besucher die Möglichkeit, ihre Fürbitten laut auszusprechen. Mit einem weiteren gemeinsamen Gesangsstück, dem Unser Vater und Schlusssegen wird die etwa zwanzigminütige Andacht beendet.

Gibt es weitere ökumenische Projekte oder Veranstaltungen, die aktuell geplant sind?

Ja, das Hamburg Orchester feiert nächstes Jahr das 25-jährige Bestehen und plant ein Benefizkonzert in der Evangelisch-Lutherischen Christus-Kirchengemeinde Wandsbek. Dieses gemeinsame Projekt wird von der ACK unterstützt.

Natürlich gibt es auch auf lokaler Ebene eine rege Beteiligung an ökumenischen Aktivitäten, die von den Gemeindemitgliedern ausgehen und gefördert werden. So beteiligten sich in diesem Jahr sechs Hamburger Gemeinden an der Veranstaltung „Nacht der Kirchen“ der ACK. In anderen Bereichen unterstützen die Mitglieder die sogenannten Stadtfestgottesdienste einzelner Stadtbezirke durch Wortbeiträge oder Chormusik. Das trägt dazu bei, dass Menschen auf das christliche Leben in Hamburg aufmerksam gemacht werden und auch unsere Kirche stärker wahrgenommen wird. So hoffen wir, dass wir am Informationsabend weitere interessante Gespräche zu diesem Thema führen können.

ACK Hamburg

Ökumenisches Forum HafenCity